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Datum: 27.12.2025
Mein Au Pair Jahr in New York City, New York
Hey, ich bin Regina, 24 Jahre alt, und das ist meine Erfahrung als Au Pair.
Ich habe in Upstate New York gelebt, also nördlich von New York City, und mich um drei Kinder gekümmert. Als ich ankam, waren die Kinder 3 Jahre und 1,5 Jahre alt, nach der Hälfte meines Jahres kam dann noch ein Neugeborenes dazu. Am meisten hat mir gefallen, wie sehr dieses Jahr meinen Horizont erweitert hat. Ich habe eine ganz neue Kultur, Mentalität und andere Erziehungsstile kennengelernt. Vieles davon war total spannend, manches auch herausfordernd.

In diesem Jahr bin ich unglaublich selbstständig und unabhängig geworden und habe eine starke persönliche Entwicklung durchlebt. Außerdem hatte ich die Möglichkeit, in kurzer Zeit viel vom Land zu sehen und habe dabei viele neue Menschen kennengelernt, einige davon sind echte Herzensmenschen geworden.

Ein ganz besonderes Erlebnis war meine Reise an die Westküste mit Freunden und Fremden zusammen, die Natur war unfassbar und die golden Hour einfach magisch.

Auch die Natur im Yellowstone-Nationalpark war einfach überwältigend eine Ruhe und Weite, die ich so noch nie erlebt habe. Es war definitiv eines meiner größten Highlights.

Natürlich gab es auch mehrere Herausforderungen. Die größte war definitiv die hohe Belastung, vor allem nachdem das Baby geboren wurde. Ich habe in dieser Zeit gelernt, meine Grenzen zu erkennen, sie klar zu kommunizieren und mich selbst nicht aus den Augen zu verlieren auch wenn andere mich brauchten.
Auch die Bezahlung war eine Herausforderung. Sie steht in keinem Verhältnis zu der Verantwortung, die man trägt. Selbst wenn man mit der Familie verhandelt und etwas mehr bekommt, bleibt es letztlich nur ein Taschengeld. Aber auch hier habe ich ein wichtiges Learning mitgenommen: Diese Erfahrung macht man nicht wegen des Geldes, sondern wegen der persönlichen Entwicklung, der kulturellen Erfahrungen und all der Abenteuer, die einem niemand mehr nehmen kann.

Schwierig war für mich auch, dass ich mit Erziehungsstilen konfrontiert wurde, die ich persönlich nicht vertreten konnte, als Au Pair musste ich sie dennoch akzeptieren. Dabei habe ich gelernt, tolerant zu sein und meine Meinung respektvoll zu äußern, ohne die Rolle der Eltern infrage zu stellen. Es war eine wertvolle Übung in Akzeptanz und Kommunikation.
Emotional anstrengend war auch die Anfangszeit, in der sich die Kinder erst an mich gewöhnen mussten. Das hat Geduld und viel Einfühlungsvermögen erfordert und ich habe verstanden, wie wichtig es ist, Kindern Sicherheit und Stabilität zu geben. Zusätzlich herausfordernd war es, wenn ein Elternteil im Homeoffice war. Das hat die Dynamik total verändert. Routinen mit den Kindern oder vorher getroffene Abmachungen galten plötzlich nicht mehr, weil meine Worte in Anwesenheit der Eltern oft weniger bis keine Bedeutung mehr hatten. Auch hier habe ich gelernt, flexibel zu bleiben, aber auch klare Absprachen mit den Eltern zu treffen, damit die Kinder ihre Struktur behalten. Ehrliche Gespräche haben mir geholfen, Missverständnisse zu vermeiden und professionell zu bleiben.

Neben den Herausforderungen hatte ich natürlich auch viel Freizeit und habe diese sehr genossen. Nachmittags war ich oft im Gym, das war mein Ausgleich zum Alltag und hat mir geholfen, meine Energie wieder aufzuladen. Ich habe mich regelmäßig mit Freunden oder anderen Au Pairs getroffen, sei es zum Kaffee, zum Spazierengehen oder einfach zum Quatschen. Jeden Abend habe ich mit der Gastfamilie zusammen zu Abend gegessen, ein schönes, verbindendes Ritual. An den Wochenenden war ich eigentlich immer unterwegs: oft in der Stadt, manchmal auf Kurztrips oder ich bin mit der Familie mitgefahren, wenn sie Verwandte besucht haben. Diese Abwechslung war für mich perfekt, ich habe sowohl die amerikanische Familienkultur als auch meine Abenteuerlust voll ausleben können.

Meine persönliche Lieblingsstadt ist natürlich New York City. Es war das Beste, was mir hätte passieren können. So konnte ich ohne Zeitdruck die Stadt entdecken und selbst nach einem Jahr war ich noch lange nicht fertig damit. Mein absoluter Favorit ist das Summit One Vanderbilt die Aussicht ist einfach unfassbar und für mich der beste Spot, um New York von oben zu sehen. Ich liebe das West Village mit seinen charmanten Straßen, den kleinen Cafés und der gemütlichen Atmosphäre. Das Empire State Building ist natürlich das ikonische Highlight der Skyline und gehört einfach zu jedem Besuch dazu. Was ich sonst noch liebe, Einen Bagel to go, den Sonnenuntergang von der Brooklyn Bridge, Picknick im Central Park und einfach dieses Gefühl, in einer Stadt zu sein, in der alles möglich ist.

Meine ganz persönlichen Empfehlungen an alle, die ein Au-pair-Jahr planen:
- Sei dir im Vorfeld bewusst, was du willst und was nicht. Setze von Anfang an klare Grenzen, damit du dich selbst nicht verlierst.
- Wähle deine Gastfamilie sehr bewusst. Frag nach dem Alltag, dem Erziehungsstil, Homeoffice etc.
- Sei offen, auch realistisch. Nicht alles wird Instagram-tauglich sein, und das ist völlig okay.
- Pflege Freundschaften vor Ort. Andere Au Pairs oder internationale Freunde geben dir Halt, gerade in schwierigen Phasen.
- Und ganz wichtig: Es ist vollkommen normal, wenn du nicht jeden Tag glücklich bist. Es gibt Ups and Downs, aber genau daran wächst du.
Abschließend kann ich sagen, für mich war es ein intensives, lehrreiches, oft herausforderndes aber vor allem unvergessliches Jahr. Ich bin daran gewachsen, habe so viel erlebt und Menschen getroffen, die mein Herz berührt haben. Auch wenn es nicht immer leicht war, würde ich es definitiv weiter empfehlen, denn diese Erfahrung hat mich zu der selbständigen und unabhängigen Person gemacht, die ich heute bin.

